Coronavirus – zahlt die Betriebsunterbrechungsversicherung?

Bettina Kalms Uncategorized

Das Coronavirus offenbart wie verwundbar die verflochtene Ökonomie des 21. Jahrhunderts ist. China als Werkbank der Welt steht still und damit fehlen westlichen Firmen wichtige Bauteile, Medikamente oder die Schutzausrüstung.

Die Unterbrechungen der Lieferketten, Produktionsausfälle oder der Wegfall von Aufträgen sind bei vielen Firmen nicht versichert. Die Deckung von Betriebsunterbrechungen infolge von Infektionskrankheiten ist bei den meisten Versicherern ausgeschlossen. Der unmittelbare Sachschaden müsse der Auslöser sein, damit die Police greift, heißt es unisono von den großen Playern der Branche. Gerade die vergangenen Virusausbrüche von Sars, Ebola und Zika haben dazu geführt, dass Versicherer in den vergangenen Jahren explizit Klauseln zum Ausschluss von Epidemierisiken verschärft haben.

In China hat sich inzwischen ein Konsortium aus zwölf Versichern (darunter PICC, China Pacific Insurance und Ping An) zusammengetan, um Unternehmen gegen den Betriebsausfall und die Gehälter für Mitarbeiter in Quarantäne infolge der Epidemie abzudecken. Insgesamt stehen 200 Mio. Yuan (26 Mio. Euro) zur Verfügung. Die örtliche Regierung übernimmt 70 Prozent der Prämie.

Aufgrund der Epidemie wurden viele internationale Messen und große Events abgesagt oder verschoben, darunter die internationale Messe in Peking im April oder das Formel-1-Rennen in Shanghai am 19. April. Auch hier sind die Versicherer meist nicht betroffen. Die meisten Veranstaltungspolicen schließen eine Deckung für diese Art Virusausbreitung aus.

Da die Reisebranche stark unter dem Virus leidet, erwarten Versicherer hier eine wachsende Zahl von Reiserücktritten. Die Allianz rechnet in diesem Segment mit Schäden von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Die Internationale Luftverkehrsorganisation ICAO errechnete Umsatzausfälle von bis zu 4,6 Mrd. Euro für das erste Quartal dieses Jahres.

Im Bereich des Lebens- und Krankengeschäft ist die Allianz ebenfalls betroffen, noch stärker jedoch auf der Kapitalseite bei den Investments.

Quelle: Versicherungswirtschaft heute